Das Jahr 1849

Historische Ereignisse, Geburten und Todesfälle im Jahresverlauf.

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Highlights

03. April Im Zuge der kleindeutschen Strategie unterbreitet die Kaiserdeputation der Frankfurter Nationalversammlung dem preußischen Monarchen Friedrich Wilhelm IV. das Angebot der deutschen Kaiserkrone. Nachdem dieser das Diadem aus Dreck und Letten zurückweist, erleidet sowohl die von unten angestrebte deutsche Einigung als auch die Deutsche Revolution 1848/1849 letztendlich einen Misserfolg.
04. April In der Schlacht bei Tápióbicske während des ungarischen Unabhängigkeitskriegs erzielen die Aufständischen einen Sieg gegen die österreichischen Streitkräfte.
10. April Walter Hunt wird das Patent für seine Erfindung der Sicherheitsnadel erteilt.
12. April Der italienische Astronom Annibale De Gasparis entdeckte als erster Mensch den Asteroiden Hygiea, welcher sich als der drittgrößte bekannte Asteroid erwies.
14. April Im Rahmen der Märzrevolution 1848/49 proklamiert Lajos Kossuth in der Großen Reformierten Kirche von Debrecen die Loslösung Ungarns vom österreichischen Kaiserreich und begründet eine Republik. Diese Handlung löst den ungarischen Unabhängigkeitskrieg aus.
16. April An der Grand Opéra Paris kam es zur Erstaufführung der Oper "Le prophète" (Der Prophet) von Composer Giacomo Meyerbeer, deren Libretto von Eugène Scribe sowie Émile Deschamps verfasst worden war.
28. April Durch eine von Ludolf Camphausen übermittelte schriftliche Mitteilung lehnt der preußische König Friedrich Wilhelm IV. das von der Frankfurter Nationalversammlung in der Kaiserdeputation offerierte Angebot der deutschen Kaiserkrone erneut ab und erläutert seine Gründe ausführlich. Mit dieser Ablehnung ist das Anliegen der Märzrevolution – die Schaffung eines vereinigten Deutschlands mit einer gesamtdeutschen Verfassung – politisch endgültig gescheitert.

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01. Januar Die Schweizerische Post war eine Institution, die sich mit der Beförderung von Korrespondenz, Päckchen, Geldtransporten sowie der Personenbeförderung befasste.
23. Januar Nach Abschluss ihres Promotionsstudiums erlangte Elizabeth Blackwell als erste Frau in den Vereinigten Staaten den Status einer praktizierenden Ärztin.
09. Februar Giuseppe Mazzini proklamierte im Zuge der italienischen Einigungsbewegung Risorgimento in den Territorien des Kirchenstaates die Gründung einer Römischen Republik. Diese Ausrufung hatte zur unmittelbaren Folge, dass französische sowie spanische Streitkräfte militärisch intervenierten und die neu gegründete Republik durch Gewaltanwendung bis zum 3. Juli unterdrückten.
13. Februar Die Goddefroy, ein deutsches Schiff, traf in Melbourne ein und brachte Auswanderer nach Australien. Unter den Passagieren befanden sich zahlreiche Forty-Eighters, darunter viele politische Flüchtlinge aus der Zeit nach der Deutschen Revolution.
22. Februar Der Schleswig-Holsteinische Krieg entfachte sich erneut, nachdem Dänemark die Vereinbarung zum Waffenstillstand von Malmö, die erst im vorherigen Jahr getroffen worden war, aufgelöst hatte.
26. Februar Gemäß der Preußischen Verfassung aus dem Jahr 1848 traten die neu einberufenen Körperschaften des Landtags, bestehend aus dem Abgeordnetenhaus und dem Herrenhaus, zu ihrer konstituierenden Zusammenkunft zusammen.
03. März Das Minnesota-Territorium entstand durch die Vereinigung von früheren Regionen der aufgelösten Territorien Iowa und Wisconsin mit zusätzlichen Landstrichen, die sich östlich des Missouri River befanden.
03. März Die United States Mint erhielt durch eine Genehmigung des US-Kongresses die Befugnis, Goldmünzen mit einem Nominalwert von 1 und 20 US-Dollar herzustellen.
04. März Kaiser Franz Joseph I. von Österreich setzte zur Niederschlagung der revolutionären Bewegungen ein von Felix zu Schwarzenberg ausgearbeitetes Verfassungsdokument in Kraft, das als Oktroyierte Märzverfassung bekannt ist. Der föderale und liberale Verfassungsentwurf, der vom Kremsierer Reichstag erarbeitet worden war, verlor durch diese Maßnahme seine Gültigkeit.
07. März Mit der Verkündigung der Oktroyierten Verfassung durch Kaiser Franz Joseph I. im Kaisertum Österreich folgt die gewaltsame Auflösung des Reichstags von Kremsier. Dieses Ereignis markiert das endgültige Ende der Revolution von 1848/1849 und leitet die Epoche des Neoabsolutismus ein.
09. März Am Königlichen Opernhaus in Berlin erlebte Otto Nicolais komische Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" ihre Erstaufführung. Das Libretto stammt von Salomon Hermann Mosenthal und basiert auf William Shakespeares gleichnamiger Komödie. Unter der Leitung des Komponisten selbst wurde das Werk ein unmittelbarer großer Erfolg.
12. März König Karl Albert von Sardinien-Piemont erklärt dem Kaisertum Österreich den Krieg, da sowohl die Deputiertenkammer als auch die Bevölkerung die Fortführung des mit der Märzrevolution eingeleiteten Freiheitskampfes für die Unabhängigkeit Norditaliens im Rahmen des Risorgimento anstreben.
23. März Im Ersten Italienischen Unabhängigkeitskrieg erlitt die sardisch-piemontesische Armee in der Schlacht von Novara eine Niederlage gegen die österreichischen Streitkräfte. Unter der Führung von General Radetzky gelang es den Österreichern, ihre Vorherrschaft in Norditalien zu bewahren und den Prozess der italienischen Einigung, das Risorgimento, zu verzögern.
27. März Während des Verlaufs der Deutschen Revolution fasste die Frankfurter Nationalversammlung den Beschluss zur Paulskirchenverfassung, welche als erste demokratische Verfassung auf deutschem Gebiet gelten sollte. Diese Verfassung wurde am darauffolgenden Tag verkündet und trat somit in Kraft, ließ sich aber in der Praxis niemals umsetzen.
28. März Die Paulskirchenverfassung, das erste demokratisch verabschiedete Grundgesetz für das gesamte deutsche Territorium, wurde von der Frankfurter Nationalversammlung proklamiert, fand aber niemals praktische Anwendung. Im selben Augenblick bestimmte die Versammlung Friedrich Wilhelm IV. aus Preußen zum „Kaiser der Deutschen", lehnte aber kurz darauf die durch die Kaiserdeputation überbrachte Ehrung mit der Begründung ab, es handle sich um eine „Krone aus der Gosse".
29. März Das Königreich Großbritannien führte die Eingliederung des Punjabs durch. Nur kurze Zeit später erfolgte die Umwandlung des früheren Sikh-Staates in eine Provinz Britisch-Indiens.
03. Mai Am 4. Mai 1849 beginnt in Dresden ein Aufstand, der die Absetzung des sächsischen Königs Friedrich August II. und die Gründung einer republikanischen Staatsform zum Ziel hat. An diesem Tag trifft der russische Anarchist Michail Bakunin ein und übernimmt die Führung der aufständischen Bewegung. Zu den Beteiligten gehören unter anderem der Architekt und Kunsttheoretiker Gottfried Semper sowie der Komponist Richard Wagner. Die Erhebung erstreckt sich über mehrere Tage und endet am 9. Mai.
04. Mai Unmittelbar nach dem Beginn des Dresdner Maiaufstands begibt sich der sächsische Monarch Friedrich August II. zusammen mit seinem gesamten Kabinett aus der Stadt Dresden fort und sucht Zuflucht auf der Festung Königstein. An seine Stelle tritt eine von Michail Bakunin, Samuel Erdmann Tzschirner und Otto Leonhard Heubner angeführte revolutionäre Bewegung, die eine vorläufige Herrschaftsstruktur errichtet.
06. Mai Im Jahre 1846 gründete Adolph Kolping in Köln zusammen mit sechs Gesellen einen katholischen Verein für Handwerksgesellen. Dieser Verein hatte zum Ziel, den umherziehenden Gesellen eine Stütze zu bieten, die nach Kolpings Verständnis nur durch familiäre Strukturen erreicht werden konnte. In den darauffolgenden Jahren entstanden daraufhin auch Herbergen speziell für Gesellenunterkünfte.
09. Mai Unter der Führung von Friedrich von Waldersee gelang es preußischen und sächsischen Streitkräften, den Dresdner Maiaufstand gegen König Friedrich August II. nach etwa sieben Tagen zu unterdrücken. Bei den Kämpfen an den Barrikaden starben insgesamt 343 Menschen. Obwohl die Anführer Michail Bakunin und Samuel Erdmann Tzschirner fliehen konnten, war damit die Märzrevolution im Königreich Sachsen endgültig gescheitert.
10. Mai Im Zuge der Reichsverfassungskampagne kam es in Hagen zu einem Aufbegehren von Landwehrverbänden, die besorgt waren, zur Bekämpfung der badischen Revolutionäre herangezogen zu werden. Unter dem Kommando von Caspar Butz marschierten diese Einheiten nach Iserlohn ab. Der dortige Aufstand wurde bereits nach sieben Tagen unterdrückt.
11. Mai Im Zuge der Reichsverfassungskampagne kam es zu einer Meuterei der badischen Besatzung in der Festung Rastatt. Dieser Aufruhr breitete sich rasch auf das gesamte Großherzogtum aus und führte dazu, dass sich Großherzog Leopold nur wenige Tage später zur Flucht aus Karlsruhe gezwungen sah.
17. Mai Der Iserlohner Aufstand, der sich als einer der Maiaufstände im Deutschen Bund manifestierte, wurde nach sieben Tagen durch preußische Linientruppen gewaltsam beendet.
17. Mai Ein verheerendes Feuer vernichtet wesentliche Bereiche der Stadt St. Louis in Missouri. Das Unglück fordert drei Todesopfer und zerstört insgesamt 430 Gebäude sowie mehrere Dampfschiffe auf dem Mississippi.
19. Mai Die Neue Rheinische Zeitung, ein von Karl Marx in Köln publiziertes Blatt, beendete ihr Erscheinen nachdem die Märzrevolution in der preußischen Rheinprovinz gescheitert war.
26. Mai Im Rahmen eines politischen Abkommens verbündeten sich die Länder Preußen, Sachsen und Hannover miteinander. Dieses als Dreikönigsbündnis bekannte Bündnis verfolgte das Ziel, die Einigung der deutschen Staaten voranzutreiben, wobei Preußen die Führungsrolle einnehmen sollte und Österreich bewusst ausgeschlossen wurde.
30. Mai Nachdem König Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserdeputation abgelehnt hatte und zahlreiche Abgeordnete die Versammlung verließen, entschied sich die Frankfurter Nationalversammlung auf Initiative von Friedrich Römer für einen Umzug nach Stuttgart. Das deutsche Rumpfparlament führte seine Sitzungen in der württembergischen Landeshauptstadt nur zwischen dem 6. und 18. Juni durch.
30. Mai Im Jahr 1850 führte Preußen ein Wahlsystem ein, das die Wählerschaft in drei verschiedene Klassen unterteilte und als Dreiklassenwahlrecht bekannt wurde.
31. Mai Die deutsche Nationalversammlung führt ihre abschließende Sitzung in der Paulskirche zu Frankfurt durch.
04. Juni Während des Schleswig-Holsteinischen Krieges kam es bei Helgoland zu einem Seegefecht zwischen deutschen und dänischen Schiffen, welches das einzige Gefecht der deutschen Reichsflotte darstellte.
05. Juni Durch die Ratifizierung des Grundgesetzes entwickelt sich Dänemark zur konstitutionellen Monarchie. Seit diesem Ereignis wird der 5. Juni als dänischer Nationalfeiertag begangen.
18. Juni Die in Stuttgart verbliebene Restvertretung der Frankfurter Nationalversammlung wird durch den Einsatz von Militär aufgelöst. Abgeordnete, die nicht aus Württemberg stammten, werden aus dem Land ausgewiesen.
21. Juni Bei dem Kampf bei Waghäusel gelang es der Badischen Revolutionsarmee, die anfangs in der Überzahl war, eine von der großherzoglichen Regierung angeforderte und vom Deutschen Bund autorisierte preußische Vorhut zu bezwingen. Allerdings unterbrach die Badische Armee die Verfolgung des Gegners zu früh, wodurch dieser sich erheblich verstärken und neu organisieren konnte.
03. Juli Mit militärischen Mitteln gelang es französischen und spanischen Interventionstruppen, Rom einzunehmen und Papst Pius IX. seine weltliche Herrschaft zurückzugeben. Dadurch wurde die Römische Republik durch Gewalt beendet.
18. Juli Die Universidad de la República, die erste staatliche Universität Uruguays, wurde in Montevideo ins Leben gerufen.
21. Juli Die österreichische Kriegsmarine führt zum ersten Mal einen Ballonstart von einem Schiff durch. Ziel dieser Operation ist es, aus luftiger Höhe Sprengstoff auf Venedig abzuwerfen, um gegen die Repubblica di San Marco vorzugehen. Ungünstige Windbedingungen machen den geplanten Bombenabwurf jedoch unmöglich.
23. Juli Preußische Streitkräfte erobern Rastatt. Der erneuerte Versuch, nach dem Heckeraufstand während der Badischen Revolution im Großherzogtum Baden eine republikanische Staatsform zu etablieren, ist abermals fehlgeschlagen.
06. August Durch den Friedensvertrag von Mailand, den Österreich mit Sardinien-Piemont schloss, konnte Österreich seine Herrschaft über Lombardo-Venetien zurückgewinnen.
13. August Der einjährige ungarische Unabhängigkeitskrieg innerhalb des Kaisertums Österreich kam zu seinem Ende, als sich General Artúr Görgei mit seinem revolutionären Heer geschlagen geben musste. Bei der Unterdrückung dieser Aufständischenbewegung arbeiteten Truppen des Russischen Reiches und Österreichs im Sinne der Heiligen Allianz zusammen.
23. August Die österreichischen Streitkräfte zerschlugen die revolutionäre Republik Venedig endgültig, wodurch Österreich seine Herrschaft über die aufständischen Länder seiner Einflusssphäre vollständig wiederherstellte und den Erfolg gegen die Märzrevolution in seinen abhängigen Territorien besiegelte.
26. August Im Jahre 1847 proklamierte sich Faustin Soulouque in der Hauptstadt Port-au-Prince selbst zum Kaiser und nahm dabei den Namen Faustin I. an.