Das Jahr 1917

Historische Ereignisse, Geburten und Todesfälle im Jahresverlauf.

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Highlights

01. April Im Zuge eines Kaufvertrags über 25 Millionen Dollar erwarben die Vereinigten Staaten die ehemals dänische Kolonie Dänisch-Westindien, die fortan als Amerikanische Jungferninseln bekannt war.
02. April Präsident Woodrow Wilson bat in einer außerordentlichen Sitzung den amerikanischen Kongress, dem Ersten Weltkrieg beizutreten und somit die bisherige Isolationspolitik der Vereinigten Staaten zu beenden.
04. April Der britische Passagierdampfer City of Paris erlitt vor Cap d'Antibes an der französischen Mittelmeerküste einen Schiffbruch, verursacht durch das deutsche Unterseeboot UC 35. Bei diesem Vorfall starben sämtliche 122 Personen, die sich an Bord befanden.
06. April Die Vereinigten Staaten geben dem Deutschen Reich drei Tage nach dem Unterbruch ihrer diplomatischen Verbindungen eine Kriegserklärung ab. Bei diesem Sinneswandel von der Neutralität zum Kriegseintritt trägt die zuvor von amerikanischen Behörden entzifferte Zimmermann-Depesche einen wesentlichen Beitrag bei.
07. April Kaiser Wilhelm II. kündigte durch die von Theobald von Bethmann Hollweg formulierte Osterbotschaft unter dem Druck der Obersten Heeresleitung Verfassungsreformen sowie Änderungen des Wahlrechtssystems an.
08. April Die Reichskonferenz der sozialdemokratischen Oppositionsbewegung findet ihren Abschluss im Volkshaus zum Mohren in Gotha, wo die Gründung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) vollzogen wird. Infolgedessen spaltet sich die Partei auf: Der befürwortende Flügel des Kriegseinsatzes etabliert sich als Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands (MSPD).
12. April Die allierten Streitkräfte gelang es während der Schlacht bei Arras, nach drei Tagen intensiver Kampfhandlungen die Vimy-Höhen unter ihre Kontrolle zu bringen. Dieses militärische Erfolg nimmt einen wichtigen Platz in der kanadischen Erinnerung an den Ersten Weltkrieg ein.
15. April Das Schiff Cameronia, ein früherer Ozeandampfer der in einen Truppentransporter umfunktioniert worden war, wird von dem deutschen Unterseeboot U 33 östlich der Insel Malta zum Sinken gebracht. Bei diesem Anschlag kommen 210 Personen ums Leben.
16. April Nach der Februarrevolution reiste Lenin aus seinem Schweizer Exil zurück nach Petrograd in Russland. Die Obersten Heeresleitung Deutschlands ermöglichte diese mehrtägige Zugfahrt, die über Deutschland, Schweden und Finnland führte.
16. April An der Westfront eröffneten die Franzosen eine umfangreiche Offensive gegen die deutschen Positionen am Chemin des Dames, wobei die Schlacht an der Aisne den Beginn dieser Kampfhandlungen markierte.

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09. Januar Im Ersten Weltkrieg nimmt das Deutsche Reich die Strategie des uneingeschränkten U-Boot-Krieges erneut auf, woraufhin die Vereinigten Staaten wenige Monate später in den Krieg eintreten.
13. Januar Im Bahnhof der rumänischen Gemeinde Ciurea kam es zu einem der verheerendsten Eisenbahnunglücke der Welt, als ein überbesetzter Zug, der russische Verwundete und Flüchtlinge beförderte, aus den Gleisen sprang. Die Katastrophe resultierte in 600 bis 1000 Todesfällen.
14. Januar Das japanische Kriegsschiff Tsukuba, ein Panzerkreuzer, geht in der Yokosuka-Bucht unter, nachdem ein Feuer ausbricht und die Munitionsmagazine explodieren. Bei diesem Unglück kommen 305 Angehörige der insgesamt 817 Mann umfassenden Besatzung ums Leben. Zum Moment des Unglücks befinden sich über 400 Besatzungsmitglieder an Land.
15. Januar Die Coupe de France de football entsteht auf Betreiben von Henri Delaunay, der für Frankreich ein Fußballturnier nach dem Vorbild des englischen FA Cup schaffen möchte. Die inaugural Begegnungen finden am 7. Oktober 1917 statt.
17. Januar Die Vereinigten Staaten erwarben von Dänemark die Jungfraueninseln gegen eine Zahlung von 25 Millionen US-Dollar.
19. Januar Im Verlauf des Ersten Weltkriegs gelang es britischen Geheimdiensten, eine Geheimbotschaft zu interceptieren, in welcher der deutsche Diplomat Arthur Zimmermann Mexiko ein Militärbündnis zur Bekämpfung der damals noch kriegsneutralen Vereinigten Staaten anbot.
21. Januar Auf der indonesischen Insel Bali ereignete sich ein Erdbeben, dessen genaue Magnitude nicht bekannt ist, das jedoch etwa 15.000 Menschen das Leben kostete.
27. Januar Federico Alberto Tinoco Granados, der als Kriegs- und Marineministerium tätig war, führte mit Unterstützung des Militärs einen Putsch gegen den damaligen Präsidenten Alfredo González Flores in Costa Rica durch.
29. Januar Das expressionistische Drama Die Bürger von Calais von Georg Kaiser erlebte seine Erstaufführung am Neuen Theater in Frankfurt am Main und verhalf dem Dramatiker damit zu seinem künstlerischen Durchbruch.
30. Januar Das Hoftheater in Stuttgart präsentierte die Uraufführung der einkaktigen Oper Eine florentinische Tragödie, komponiert von Alexander von Zemlinsky.
01. Februar Im Verlauf des Ersten Weltkrieges führt die deutsche Kriegsmarine einen grenzenlos intensivierten U-Boot-Kriegseinsatz in den Blockadezonen rund um England, Frankreich sowie im Mittelmeerraum durch.
05. Februar Im Rahmen der Mexikanischen Revolution erfolgte unter der Führung von Präsident Venustiano Carranza die Verabschiedung einer Verfassung, die vom Kongress der mexikanischen Republik erarbeitet worden war. Diese Verfassungsurkunde behält bis in die Gegenwart ihre Gültigkeit in Mexiko.
06. Februar Die erste internationale Konferenz der samischen Bevölkerung, an der Vertreter aus Norwegen, Schweden und Finnland teilnahmen, fand in Trondheim statt. Aus diesem Grund wurde der 6. Februar später als Nationaltag der Samen festgelegt.
17. Februar In Australien entsteht die Nationalist Party of Australia durch die Vereinigung der konservativen Commonwealth Liberal Party mit der National Labor Party.
17. Februar Die französische Truppentransportschiff Athos sank im östlichen Mittelmeer und forderte das Leben von insgesamt 754 Personen, darunter Besatzungsangehörige, Soldaten und weitere Passagiere.
25. Februar Ein britisches Passagierschiff namens Laconia sinkt nach einem Angriff durch ein deutsches Unterseeboot vor der Küste Südirlands. Dieser Anschlag erfolgt ohne vorherige Ankündigung und fordert zwölf Todesopfer. Das Ableben von zwei amerikanischen Frauen führt zu erheblichen diplomatischen Verstimmungen.
26. Februar Die Original Dixieland Jass Band produzierte für die Victor Talking Machine Company die ersten Schallplattenaufnahmen von Jazzmusik. Mit den Titeln Livery Stable Blues und Dixie Jass Band One Step gelang der Band ein enormer kommerzieller Erfolg, der Millionen von Verkäufen erreichte.
26. Februar Präsident Woodrow Wilson unterzeichnete die Gründungsurkunde für den Mount McKinley-Nationalpark in Alaska, der auf Betreiben des Senators Key Pittman entstanden war und seit 1980 unter der Bezeichnung Denali-Nationalpark bekannt ist.
04. März Jeannette Rankin, die republikanische Kandidatin, nimmt als erste weibliche Abgeordnete ihre Position im US-Repräsentantenhaus ein, nachdem sie von den Wählern Montanas in dieses Amt gewählt wurde.
05. März Bei Rommershausen, in einem Waldgebiet gelegen, wurde der Meteorit von Treysa entdeckt.
08. März Die Februarrevolution in Russland entstand aus einer Hungerrevolte in Petrograd gegen das von militärischen Niederlagen im Ersten Weltkrieg geschwächte Zarenregime unter der Herrschaft von Nikolaus II. Das historische Ereignis wird im julianischen Kalender auf den 23. Februar datiert.
11. März Während der Februarrevolution gab Zar Nikolaus II. den Befehl zum Beschießen der Aufständischen, doch die Mehrheit der Soldaten verweigerte die Ausführung dieses Befehls.
11. März Im Ersten Weltkrieg gelang es britischen Streitkräften, die zum Osmanischen Reich gehörende Stadt Bagdad kampflos in ihre Kontrolle zu bringen.
12. März Im Rahmen der Februarrevolution hebt der russische Zar Nikolaus II. die Duma auf. Als Reaktion darauf veranstaltet die Duma eine „private Versammlung", in welcher ein Provisorisches Komitee gegründet wird, das die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung zum Ziel hat.
13. März Das Deutsche Ledermuseum, das auf Veranlassung von Hugo Eberhardt gegründet wurde, öffnete seine Türen in Offenbach am Main.
14. März Infolge der Februarrevolution erließ der Petrograder Sowjet den Befehl Nr. 1, durch welchen die in der russischen Armee auf natürliche Weise entstandenen Soldatenkomitees rechtliche Anerkennung erhielten.
15. März Infolge der Februarrevolution sieht sich der russische Zar Nikolaus II. gezwungen, seine Abdankung einzureichen und die Macht seinem Bruder Michail Alexandrowitsch Romanow zu überlassen, welcher jedoch bereits einen Tag später auf die Thronbesteigung verzichtet.
16. März Einen Tag nach dem Machtwechsel, bei dem sein Bruder Nikolaus II. im Rahmen der Februarrevolution die Herrschaft aufgab, überließ der russische Zar Michail II. die Staatsgewalt der vorläufigen Regierung unter der Leitung von Georgi Jewgenjewitsch Lwow und Alexander Fjodorowitsch Kerenski, verzichtete aber auf eine formelle Thronverzichtserklärung.
17. März Die Ukrainische Volksrepublik etablierte in Kyjiw ihre oberste politische Instanz, die als Zentralrada bekannt war.
27. März Im Zuge der Kampfhandlungen während des Ersten Weltkriegs wurde der Bergfried der Burg Coucy in der Picardie von deutschen Truppen zerstört. Obwohl Geschichtswissenschaftler aus verschiedenen Ländern dagegen protestierten, sprengten die deutschen Streitkräfte diese herausragende mittelalterliche Festungsanlage, die zu den wichtigsten europäischen Feudalburgen ihrer Zeit zählte.
17. April Lenin trägt einen Tag nach seiner Ankunft in Russland auf einer bolschewistischen Tagung im Petrograder Taurischen Palais ein Vortrag vor, in dem er ein Programm zur politischen Weiterentwicklung im Anschluss an die Februarrevolution präsentiert. Diese Rede bildet die Grundlage für die Aprilthesen, die drei Tage später in der Prawda erscheinen.
20. April Die Aprilthesen Lenins, der sich am 16. April nach Russland zurückbegeben hatte, werden in der Prawda bekannt gemacht. In diesem Dokument übt er Kritik an verschiedenen Aspekten der Provisorischen Regierung, die nach der Februarrevolution entstanden war, und setzt sich für die Gründung einer auf Sowjets basierenden Republik ein. Zudem spricht er sich für einen unbedingten Friedensvertrag mit dem Deutschen Reich aus.
21. April Die Vereinigten Aluminium-Werke entstehen in Berlin als Teil des Hindenburg-Programms, das der Stärkung der deutschen Kriegswirtschaft diente.
25. April Nachdem die "Regierung der geheiligten Einheit" unter der Leitung von António José de Almeida zu Ende ging, übernahm Afonso Costa zum dritten Mal das Amt des portugiesischen Ministerpräsidenten.
30. April Am Teatro Costanzi in Rom fand die Uraufführung der Oper Lodoletta statt, deren Musik von Pietro Mascagni stammte und deren Libretto Giovacchino Forzano verfasst hatte.
04. Mai Das deutsche U-Boot U 63 versenkt im Golf von Genua den früheren Ozeandampfer Transylvania, der zu diesem Zeitpunkt als Truppentransporter eingesetzt wird. Bei diesem Anschlag kommen 412 Soldaten sowie Mitglieder der Besatzung ums Leben.
11. Mai Ferruccio Busonis Opernwerk Turandot – Eine chinesische Fabel basierend auf einem Stück von Carlo Gozzi wurde erstmals am Opernhaus in Zürich aufgeführt.
13. Mai Im portugiesischen Ort Fátima sollen die drei Kinder Lúcia dos Santos, Jacinta Marto und Francisco Marto erstmals eine von insgesamt fünf Erscheinungen der Jungfrau Maria wahrgenommen haben.
18. Mai Während des Ersten Weltkrieges führten die Vereinigten Staaten durch den Selective Service Act of 1917 die Wehrpflicht ein.
21. Mai Die Schlacht bei Messines wird in der Gegend um Mesen in Westflandern eingeleitet. Sie ist geprägt durch ein 17 Tage andauerndes intensives Bombardement der britischen Streitkräfte gegen deutsche Positionen, dem ein Großoffensive folgt. Dieses Ereignis fällt zeitlich vor die Dritte Flandernschlacht und findet während des Ersten Weltkrieges statt.
21. Mai Ein verheerendes Feuer in Atlanta zerstört 1938 Gebäude und führt dazu, dass sich etwa 10.000 Personen ohne Unterkunft wiederfinden. Die Bilanz des Großbrandes ist mit einem Todesfall allerdings überraschend gering.
26. Mai Ein Tornado mit der Stärkeklassifizierung F4 auf der Fujita-Skala verursacht in der Illinois Stadt Mattoon erhebliche Zerstörungen und führt zum Tod von 101 Personen. Das benachbarte Charleston wird ebenfalls schwer getroffen, wobei dort 50 Todesfälle zu verzeichnen sind.
27. Mai Benedikt XV. setzt den Codex Iuris Canonici (CIC) in Kraft, ein Gesetzbuch der katholischen Kirche für den lateinischen Raum, das auf Veranlassung von Papst Pius X. entstand und von Pietro Gasparri ausgearbeitet wurde. Dieses Werk markiert die erstmalige systematische Zusammenfassung des lateinischen Kirchenrechts.
04. Juni Im Jahr der erstmaligen Verleihung wurde der Pulitzer-Preis zum ersten Mal an Preisträger vergeben.
07. Juni Die Schlacht bei Messines beginnt mit der Zündung einer Reihe von Sprengminen, die in einem Moment etwa 10.000 deutsche Soldaten das Leben kostet und gleichzeitig das bis zu diesem Zeitpunkt lauteste durch menschliche Aktivität verursachte Geräusch erzeugt.
07. Juni Der internationale Zusammenschluss Lions Club International entsteht durch seine Gründung.
12. Juni Infolge von gewaltsamen Protesten gegen die portugiesische Regierung, die Todesfälle zur Folge hatten, kündigte Regierungschef Afonso Costa den Notstand an.
12. Juni Das Werk Palestrina des Komponisten Hans Pfitzner, eine spätromantische Künstler-Oper, erlebte seine Uraufführung im Münchner Prinzregententheater unter der Leitung von Dirigent Bruno Walter durch die Königlich Bayerische Hofoper. Das Opernwerk fand außergewöhnliche Anerkennung und wurde von zahlreichen Künstlern mit großem Enthusiasmus gewürdigt.
14. Juni Der Zeppelin LZ 92 wird während seiner sechsten Aufklärungsmission von einem britischen Jagdflugzeug zum Absturz gebracht.
19. Juni Am 6. Februar 1918 trat in Großbritannien eine Änderung des Wahlgesetzes in Kraft, durch die Frauen erstmals das Recht zur Teilnahme an Wahlen erhielten.